Die Schützenscheibe

Die Otto-Wimmer-Scheibe des Schützengaus Würzburg

Die Otto-Wimmer-Scheibe — eine Ehrenscheibe aus Ahornholz und Würzburger Geschichte

Wenn man die runde Ehrenscheibe aus Ahornholz in die Hand nimmt, spürt man sofort: Dies ist kein bloßer Gegenstand, sondern ein Stück gelebter Tradition. Das fein gedrechselte Holz fühlt sich warm und seidig an, der helle, leicht schimmernde Ton des Ahorns strahlt Ruhe und Würde aus. Die sanft gerundeten Kanten und die präzise gearbeitete Fassung zeigen die hohe Kunst des Drechslerhandwerks — jede Linie ist bewusst gesetzt, jeder Übergang harmonisch gestaltet. Ehrenscheibe des Schützengaus Würzburg mit Stadtmotiv der Alten Mainbrücke und der Festung Marienberg. Der Ahorn, aus dem diese Scheibe gefertigt wurde, ist nicht zufällig gewählt. Dieses Holz steht für Beständigkeit, Klarheit und Wertigkeit. Es ist robust und zugleich elegant, widerstandsfähig und doch feinporig genug, um selbst kleinste Details aufzunehmen. Genau diese Eigenschaften machen ihn ideal für eine Ehrenscheibe, die über Generationen hinweg bestehen soll — so wie die Tradition des Schützenwesens selbst.

In der oberen Rundung trägt sie ihren stolzen Namen:

„Otto-Wimmer-Scheibe“ — eine Ehrung, die Persönlichkeit und Geschichte miteinander verbindet. Als Ehrenscheibe des Schützengaus Würzburg steht sie für Gemeinschaft, sportlichen Wettstreit, Fairness und den respektvollen Umgang miteinander. Sie erinnert an Menschen, die diesen Geist geprägt haben, und an Ereignisse, die den Gau über Jahre begleitet haben.

Ein gemaltes Würzburg im Herzen der Scheibe

Im Zentrum der Scheibe öffnet sich ein Fenster in die Seele Würzburgs: Die Alte Mainbrücke, der ruhig fließende Main und darüber thronend die Festung Marienberg.

Die Alte Mainbrücke spannt sich wie ein steinernes Band über den Fluss. Seit dem 12. Jahrhundert verbindet sie die Altstadt mit dem Mainviertel und dem Marienberg — gebaut vom Baumeister Enzelin, getragen von Generationen. Ihre mächtigen Pfeiler spiegeln sich im Wasser, während die berühmten Brückenheiligen in stiller Würde über den Fluss wachen. Sie erzählen von Glauben, Macht, Bürgersinn und Geschichte — Figuren aus Stein, aber voller Leben.

Hoch über der Szene erhebt sich die Festung Marienberg, kraftvoll und ruhig zugleich. Seit Jahrhunderten thront sie als Schutz- und Herrschaftssymbol über der Stadt, einst Sitz der Fürstbischöfe, heute Museum und kultureller Mittelpunkt. Ihre Mauern erzählen von Belagerungen, von Wandel und Beständigkeit, von der Geschichte Mainfrankens selbst.

Der Malstil auf der Scheibe ist weich und warm, beinahe poetisch: goldene Lichtreflexe auf dem Wasser, sanfte Abendfarben am Himmel, die Silhouette der Stadt im ruhigen Gleichgewicht zwischen Natur und Architektur. Es ist kein lautes Bild — sondern eines, das den Betrachter anlächelt und einlädt, einen Moment stehenzubleiben.

Goldenes Licht über Main und Marienberg
Das Bild zeigt Würzburg in einem warmen, beinahe goldenen Abendlicht. Im Vordergrund fließt der Main ruhig und spiegelglatt dahin, als wolle er die Stadt in sich aufnehmen und bewahren. Die Oberfläche des Wassers reflektiert die gelben Lichter der Brückenlaternen und die weichen Farben des Himmels und lässt so eine fast märchenhafte Stimmung entstehen.

Über den Fluss spannt sich die Alte Mainbrücke mit ihren kräftigen steinernen Bögen. Sie wirkt ruhig, fest und verlässlich — wie ein stiller Zeuge von Jahrhunderten, in denen Menschen sie überquert haben: Händler, Pilger, Bürger und Reisende. Die Brücke verbindet nicht nur zwei Ufer, sondern Vergangenheit und Gegenwart.

Hoch über allem thront die Festung Marienberg auf dem bewaldeten Hügel. Ihre Türme und Mauern zeichnen sich klar gegen den Himmel ab und verleihen der Szene Würde und Erhabenheit. Sie wirkt schützend und zugleich wachsam, als halte sie ihre Hand über die Stadt.

Die warmen Gelb-, Ocker- und Grüntöne schaffen eine ruhige, harmonische Atmosphäre. Das Bild erzählt von Beständigkeit, Heimat und dem stillen Einklang zwischen Natur, Stadt und Geschichte — ein Würzburg, das nicht laut ist, sondern berührt.

Eine Geschichte aus Holz, Farbe und Zeit

Diese Scheibe ist wie eine Zeitkapsel aus Ahornholz. Sie vereint das handwerkliche Können des Drechslers, die künstlerische Handschrift des Malers und die geschichtliche Tiefe Würzburgs zu einem einzigen Objekt.

Stell dir vor, wenn bei einem der kommenden Schützenfesten der Gewinner bekannt gegeben wird: Musik erklingt, Fahnen wehen im Sommerwind, Menschen stehen zusammen, lachen, gratulieren — und in diesem Moment wechselt die Scheibe ihren Besitzer. Von da an hängt sie vielleicht in einer Stube, in einem Vereinsheim oder in einer Vitrine — und erzählt leise weiter ihre Geschichte.

Sie erzählt vom Schießen und vom Feiern, vom Gewinnen und vom Dabeisein, vom Stolz auf das Erreichte und vom Respekt vor der Tradition. Sie erzählt von Würzburg, vom Main, von der Brücke und von der Burg. Und sie erzählt von Menschen, die sich erinnern, weitergeben und bewahren.

Fazit

Die Otto-Wimmer-Scheibe ist weit mehr als eine Ehrenscheibe. Sie ist ein Symbol — für handwerkliche Meisterschaft, für fränkische Heimat, für Gemeinschaft und für den würdevollen Umgang mit Geschichte. Das gedrechselte Ahornholz gibt ihr ihre Seele, das Würzburger Motiv ihr Herz, und der Schützengau Würzburg ihren Sinn.

Wappen des Schützengaus Würzburg auf der Ehrenscheibe
Im Zentrum dieses Bildausschnitts steht das farbige Wappen des Schützengaus Würzburg, eingebettet in das helle, fein gedrechselte Ahornholz der Ehrenscheibe. Wie ein kleines Juwel sitzt es in der unteren Rundung der Scheibe und zieht mit seinen kräftigen Farben sofort den Blick auf sich.

Das Wappen ist in Rot, Blau und Weiß gehalten. Oben thront stilisiert die Festung Marienberg — als Sinnbild für Schutz, Geschichte und die jahrhundertealte Verbundenheit der Region. Darunter ordnen sich die geometrischen Formen in klarer Symmetrie, die das bayerische Rautenmuster aufnehmen und zugleich an Zielscheiben und Präzision erinnern. In der Mitte befindet sich das stilisierte Schießscheiben-Symbol — ein Zeichen für Konzentration, Fairness und sportlichen Wettkampf.

Rechts und links rahmen kleine Schriftrollen mit Jahreszahlen das Wappen ein. Sie erinnern daran, dass diese Scheibe nicht nur schmückt, sondern Zeit festhält: Siege, Ehrungen und Momente, die Teil einer langen Geschichte sind.

Das Zusammenspiel aus warmem Holz, traditioneller Symbolik und sorgfältiger Gestaltung verleiht dem Motiv eine ruhige Würde. Es wirkt nicht laut, sondern stolz — als stiller Ausdruck von Gemeinschaft, Verantwortung und der Liebe zur fränkischen Schützentradition.


Eine Scheibe, die nicht nur gewonnen werden will — sondern die trifft: mitten ins Gefühl von Heimat, Erinnerung und Zusammenhalt. 🏹💛